„Unmenschlich“: Ärger um riesige Warteschlangen an Teneriffa-Airport
Die Tourismusbranche beschwert sich über Warteschlangen an Teneriffas Haupt-Flughafen. Die Situation sei „unmenschlich“, Behörden und Betreiber „untätig“

Wer Teneriffa durch die Passkontrolle betritt, hat aktuell wenig Grund zur Freude. Der Süd-Flughafen der größten Kanaren-Insel wird in sozialen Medien zum Gespött. Das bleibt auch der Tourismus-Branche Teneriffas nicht verborgen.
Neue Videos von langen Warteschlangen in der Sonne vor dem Flughafen-Terminal Teneriffas machen bei Instagram und Tiktok die Runde. In einigen der Clips ist der Werbejingle eines großen britischen Reiseanbieters zu hören. Sarkastisch wird auf der Tonspur für Teneriffa-Urlaub geworben, während das Auge einen nicht enden wollenden Menschenstau sieht.
Teneriffas Hotel- und Gaststättenverband Ashotel sowie die CC-Vertreterin Cristina Valido schlagen Alarm. Teneriffa präsentiere sich nicht als professionelles Reiseziel in seinem wichtigsten Markt, lautet der Vorwurf. Das Innenministerium beschwichtigt derweil.
Immer wieder Warteschlangen an Teneriffas Süd-Flughafen
Die Urlaubsindustrie der größten Kanaren-Insel übt seit Jahren Druck aus. Seit dem Brexit und den damit verbundenen Passkontrollen müssen Urlauber aus Großbritannien regelmäßig lange Wartezeiten in Kauf nehmen. Die mit Abstand meisten Touristen stammen aus dem Königreich. Und für sie gelten mit die längsten Wartezeiten.
Spaniens Innenministerium führt die aktuellen Probleme auf einen Defekt zurück. Eigentlich sei die Lage seit Ende des vergangenen Jahres gelöst. Damals wurden automatische Passkontrollsystem aktiviert. Diese waren bereits zum Umbau des Flughafens aufgestellt, jedoch lange Zeit nicht in Betrieb genommen worden.
Aufgrund des Drucks unter anderem durch Ashotel erlaubten die Behörden die Nutzung. Doch nun gebe es einen Defekt und die Passkontrolle müsse wieder manuell vorgenommen werden. Dies führe zu Verzögerungen, hieß es aus dem Ministerium.
Valido sprach am Mittwoch von „unmenschlichen Warteschlangen“. Die Situation sei „vollkommen unerträglich“, betonte die Politikerin. Ashotel-Präsident Jorge Marichal ergänzte, dass nicht nur das Innenministerium, sondern auch der Flughafenbetreiber Aena „untätig“ sei.
Auch die Situation an den Taxiständen sei zuletzt wieder schlechter geworden. Urlauber, die es durch die Passkontrolle geschafft hätten, müssten dann erneut „bis zu eine Stunde warten“, sagte der Ashotel-Vorsitzende.
Das Problem sei das Vorzugsrecht der Taxis aus der Gemeinde Granadilla de Abona, in der der Flughafen stehe. Es müsse endlich eine Entscheidung für die Öffnung des Flughafen-Wartestands für alle Taxis Teneriffas getroffen werde, forderte der Touristiker. Die Politik lässt diesen Wunsch bereits seit Jahren unbeantwortet.
Quelle: https://www.teneriffa-news.com/






